El clan (Film)

Die spannendsten Geschichten schreibt bekanntlich das Leben. Mit El Clan – Verbrechen ist Familiensache, greift der argentinische Kriminalfilm aus dem Jahr 2015 eine wahre Begebenheit auf und zeigt die Dunkleste Seite Argentiniens. Es ist die Lebensgeschichte einer Familie, die in den achtziger Jahren ihr Geld mit Entführungen verdiente. Der Aufstieg der Familie Puccio wird detailliert und bildreich geschildert. Ein Leben, das von Gewalt und Tod geprägt ist. Eine schonungslos ehrliche Darstellung, die nicht um Vergebung bittet.

El Clan [dt./OV]
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El Clan – Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte

Die Vorlage für das Drehbuch schrieb das Leben. Der Regisseur Pablo Trapero erzählt hier eine unglaubliche Lebensgeschichte. Ein Umstand, den man in der heutigen Zeit kaum für möglich gehalten hat. Der Zuschauer wird auf eine Lebensreise mitgenommen, die schockiert und mehr als nur ein Kopfschütteln als Reaktion hinterlässt. Pablo Trapero ist ein Kind der argentinischen neuen modernen Welt. Der 1971 geborene Filmemacher gilt als einer der kreativsten Köpfe des Landes, der auch gerne mal unangenehme Themen anspricht.

Als Schauspieler konnten mit Guillermo Héctor Francella, ein bekannter argentinischer Theater- und Filmschauspieler, er spielt die männliche Hauptrolle und Lili Popovich als weiblicher Akteur verpflichtet werden. Die Auswahl der Schauspieler ist perfekt getroffen worden, authentischer kann die Darstellung nicht mehr erfolgen. Auch im Bereich der Nebendarsteller wurden lokale bekannte und weniger bekannte Schauspieler verpflichtet. Alle Akteure geben mit unglaublich viel Herzblut diese Geschichte für die Nachwelt wieder. Viele der Szenen wurden in und um Buenos Aires gedreht.

Die argentinische Metropole war der hauptsächliche Handlungsort des Familienclans. Der kleine Vorort San Isidro ist letztendlich der Ort der Schrecklichkeiten und ein Hotspot im Film. Ein wundervolles bildgewaltiges Schauspiel, das den Zuschauer die südamerikanische Lebensweise sowie Landschaft ein wenig näher bringt.

Handlung & Story vom Film El Clan

Die Handlung des Kriminalfilms spiegelt die achtziger Jahre in einem Land wieder, in dem Überleben nicht einfach war. Jede Möglichkeit wurde umgesetzt und versucht, legal waren die wenigsten. Wer nach oben wollte, der musste zu drastischen Mitteln greifen. Tag für Tag stand das eigene Überleben auf dem Spiel. So erging es damals auch einem gewissen Arquímedes Puccio. Ehemaliges Mitglied des mächtigen argentinischen Geheimdienstes und Oberhaupt einer siebenköpfigen Familie. 1982 nach Ende des Falklandkrieges begann das grausame Geschäfts- und Lebensmodell des Familienpatriarchen.

Menschen kidnappen und Lösegeld erpressen, natürlich darf es keine Zeugen geben. Mit zwei weiteren Komplizen perfektioniert Arquímedes Puccio die abscheuliche Vorgehensweise. Zuerst wurden die mutmaßlichen Opfer ausgespäht, ihre Gewohnheiten studiert, das Umfeld ausspioniert und dann eiskalt zugeschlagen. Die Entführungsopfer wurden im Haus des Kopfes des Clan-Oberhauptes versteckt und bis zur Lösegeldübergabe am Leben gehalten. Wird das Erpressungsgeld wie vereinbart übergeben, so wurde das Opfer gnadenlos umgebracht. Die Anfänge und das erste Opfer wurden direkt im näheren Umfeld der Familie ausfindig gemacht. Ein Freund des ältesten Sohns war Opfer Nummer eins. Sohn Alejandro war Lockvogel und gleichzeitig Mitwisser.

Das erste Familienmitglied, das die Machenschaften des Vaters durchschaute. Im Laufe der nächsten Monate fanden auch die anderen Stammesmitglieder des angehenden Clans die Wahrheit heraus. Da war auf der einen Seite diese unglaubliche Grausamkeit, auf der anderen Seite dieser neu aufkommende Wohlstand. Der soziale Aufstieg der Familie wurde gerne angenommen, der Preis wurde ignoriert. Der Film erzählt diese schmalen Grat zwischen dem sehnlichst erhofften Wohlstand und dem Verlust der Realität. Erpressen und morden, immer skrupelloser und ohne Scham.

Über Jahre hinweg konnte Arquímedes Puccio fast unbehelligt agieren und weiter diese Gräueltaten ausführen. Gedeckt und geduldet von seinen ehemaligen Freunden aus Geheimdienstzeiten, niemals genug bekommend. Trotz aller Warnungen und dem drohenden Zerfall der Familie war der Antrieb nach Wohlstand größer. Der Familienkreis zerbricht, der übermächtige Vater nun als Mörder tituliert, es kommt es zum Finale. Dass dieses makabere Geschäftsmodell erst so spät zerstört wurde, das lag an den Verstrickungen und Seilschaften des alten argentinischen Geheimdienstes. Für viele Opfer und deren Angehörigen kam der finale Einsatz viel zu spät.

Fazit & Kritiken zum Film El Clan

  • Nominierung bei den Oskars als „Bester fremdsprachiger Film 2015“
  • Gewinner des silbernen Löwen bei den internationalen Filmfestspielen 2015 in Venedig
  • Gewinner der Goya 2015 als bester iberoamerikanischer Film

Die wahre Begebenheit ist eine schockierende filmische Wiedergabe einer der wohl abscheulichsten Taten im jungen Argentinien. Die Gier nach Wohlstand, auch wenn es Leben kostet, es spielt keine Rolle für das Familienglück. Die Familienmitglieder finden letztendlich alle einen Weg, das Erlebte zu verdrängen. Fast schon harmonisch in den oberen Etagen des Hauses, glücklich und spießig nach außen. Und im Keller wird gefoltert und gemordet, mit einer unglaublichen Brutalität.

Die vom Regisseur auch so dargestellt wird, Gnade ist hier ein Fremdwort. El Clan ist eine fesselnde Darstellung einer kranken Familie. Die Schauspieler sehen den originalen Vorlagen nicht nur sehr ähnlich, sondern verkörpern die einzelnen Charaktere nahezu perfekt. Es ist der innere Kampf der Söhne, der einen Großteil der Geschichte bildet. Auf der einen Seite die Loyalität zur Familie und auf der anderen Seite das Gefühl der moralischen Verfehlung. Die Wiedergabe einer fesselnde Geschichte ist das Grundgerüst des Filmes. Doch El Clan ist mehr, ein kleines nicht ganz unblutiges Meisterwerk. Dank dem Schauspielern und einem Regisseur, der mit Fingerspitzengefühl versucht, eine objektive Darstellung zu kreieren.

Wer sich dem argentinischen Filmgut beschäftigen möchte, der wird an El Clan nicht vorbeikommen. Mit Sicherheit keine leichte Kost, aber dennoch absolut sehenswert und eine echte Empfehlung. Jeder im Filmteam macht hier einen grandiosen Job, keiner verharmlost die grausigen Tatsachen. Angehörige werden kopfschüttelnd die Story verfolgen. Und bei Zuschauen sollte niemals der Wahrheitsgehalt des Filmes vergessen werden.

Weiterführende Links und Quellen

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