Mr. Gaga (Film)

Mr. Gaga ist ein Dokumentarfilm über den jüdischen Tänzer und Choreograph Ohad Naharin. Der Film zeigt eindrucksvoll seine Arbeit im Laufe der Zeit mit den verschiedenen Tänzern und Tänzerinnen, vor allem der Batsheva Dance Company. Ohad Naharin wurde am 22. Juni 1952 in Mizra, Israel geboren.

MR. GAGA [OV/OmU]
Jetzt online ansehen*
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Der Film hat eine Spieldauer von 103 Min und ist ab 0 Jahren freigegeben (FSK). Er stammt aus dem Jahr 2015. Regie führte Tomer Heymann. Ausführende Produzenten waren Barak Heymann und Diane Holtzberg. Der Hauptdarsteller war Ohad Naharin. Nebendarsteller waren neben der Batsheva Dance Company, Olivia Ancona, Avi Belbeli, Natalie Portman, Or Schraiber, Bobbi Gene Smith, Sylvia Waters, Shuki Weiss, Yossi Yungman und Zina Zinchenko. Der Film wurde auf Hebräisch und Englisch gedreht.

Mit anmutiger Leichtigkeit schweben die Mitwirkenden durch den Film. Wer Tanz, Ballett und contemporary und modern dance liebt, dem wird das Werk sicher gut gefallen. Er gibt einen Einblick in die Welt des Tanzes. Man erfährt im Grunde genommen, wie die Tänzer hart im „strictly ballroom“ arbeiten, was es für viele unterschiedliche dance moves gibt und wie sich eine Aufführung entwickelt. Es werden vor allem die 80er Jahre, 90er Jahre und die Nullerjahre szenisch und dokumentarisch dargestellt.

Mr. Gaga – Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte

Ohad Naharin, grüne Augen, braune Locken (inzwischen ergraut), gilt als einer der besten gegenwärtigen Choreographen. Er dachte sich eine völlig neue Bewegungssprache für den modernen Tanz aus, nämlich „Gaga“. Diese Art von Ausdruck und Basic Movement basiert auf dem Miteinander der Tänzer. Ein freier Bewegungsraum soll gemeinsam erarbeitet werden. Passion, Power, extreme Situationen und die Freude am Sich-Bewegen sollen expressiv tänzerisch dargestellt werden.

Regie führte Tomer Heymann, der am 12. Oktober 1970 in Tel Aviv geboren wurde und bereits etliche andere Dokumentarfilme wie zum Beispiel It Kinda Scares Me oder Paper Dolls drehte. Seine Intention war es, zu zeigen, wie viel harte Arbeit hinter den Performances und Aufführungen der Batsheva Dance Company steht. Der Film verdeutlicht, wie Naharin sich weiterentwickelt hat und veröffenlicht bis dato geheime Probenaufnahmen sowie Archivmaterial. Seine verschiedenen Filme liefen bereits auf der Berlinale, aber auch auf anderen Festivals wie auf den Philippinen, in Taiwan, Los Angeles, Madrid und Warschau. Der Bruder von Tomer Heymann, Barak Heymann, fungierte als Producer. Die Musik von Ishai Adar ist beeindruckend, melancholisch und groovy.

Die vielen Darsteller in Mr. Gaga sind Teil des Haupt-Ensembles, jedoch auch aus den verschiedenen Auditions und Inszenierungen. Es spielen insgesamt sehr viele Tänzer mit. Die Drehorte befinden sich größtenteils in New York (USA) und Tel Aviv (Israel).

Handlung & Story vom Film Mr. Gaga

Im Film Mr. Gaga geht es um den hochtalentierten, zeitgenössischen Choreographen Ohad Naharin. Es ist auch seine Biographie. Schon in jungen Jahren entdeckte er sein Fähigkeit, sich akrobatisch, tänzerisch-turnerisch zu bewegen. Er gilt eher als Autodidakt. Seine Kindheit verbrachte er, bis er fünf Jahre alt war, in einem Kibbuz in Israel. Um die Frage zu veranschaulichen, warum er unbedingt tanzen wollte, erfand er einen autistischen Zwillingsbruder, den seine Großmutter durch Tanz zur Kommunikation bewegen konnte, was auch im Film dargestellt wird. Später kam Ohad Naharin nach New York, wo er sowohl auf die Juilliard Drama School als auch zum American Ballet kam (beide Tanschulen sind in einem Gebäude). Nachdem er auch viel Ablehnung und Zurückweisung von bereits renommierten Tanzlehrern erfuhr, konnte er schließlich eine prestigeträchtige Karriere starten. Er tanzte nach der Martha Graham Methode bei der berühmten Ballerina, die ihn erst nach New York City holte. Er startete sehr spät als Tänzer durch, so war er bereits 22 Jahre alt, als er auf die renommierte Juilliard School kam.

Seine natürliche Kreativität und sein künstlerisches Potenzial ließen ihn einen neuen Tanzstil entwickeln. Er heiratete die gebürtige New Yorkerin Mari Kajiwara, natürlich eine Tänzerin, die asiatisch-amerikanischer Abstammung war. Die Ehe blieb kinderlos. Mari Kajiwara starb im Jahr 2001 im Alter von 50 Jahren an Gebärmutterhalskrebs. Später verliebte sich Ohad Naharin in die 1984 geborene Eri Nakamura, japanischer Herkunft, mit der er im Übrigen eine Tochter, Noga, hat.

Mr. Gaga ist ein erfrischendes Filmwerk, in dem die non-verbale Sprache des Tanzes zum Ausdruck gebracht wird. Der Film wurde durch Crowdfunding finanziert. Die verschiedenen Etappen im Leben von Ohad Naharin werden filmisch dargestellt. Nachdem er lange in New York war, wollte er wieder unbedingt in seine Heimat nach Israel zurück. Seitdem ist er zu einem einflussreichen Gestalter des modern dance geworden, der auch schon an renommierten Häusern wie der Deutschen Oper in Berlin gastierte. Sein künstlerisches Gesamtwerk ist einzigartig. Die körperliche Präsenz, die Kraftanstrengung des Tanzes, die scheinbare Leichtigkeit und Anmut von Tanzaufführungen sind im Film Mr. Gaga wunderbar eingefangen. Die Bildsprache ist konsequent und facettenreich.

Fazit & Kritiken zum Film Mr. Gaga

In Mr. Gaga erlebt der Zuschauer die Welt des Tanzes hautnah. Proben, Castings und spektakuläre Inszenierungen, bei denen die Tänzer an der Decke hängen, häufig oberkörperfrei und sehr intensiv, wurden mit der Kamera lebendig eingefangen. Man sieht beisielsweise wie die Künstler Maschinengewehre polieren. 1989, zum 50-jährigen Bestehen des Staates Israel, kam es zum Eklat bei einer Aufführung. Doch das gesamte Ensemble stellte sich hinter Ohad Naharin. Seine erste Frau, Mari, sagte einmal, man muss während der Prozedur des Einstudierens „Königin und Sklavin“ zugleich sein.

Weiterführende Links und Quellen

Schreibe einen Kommentar