Mr. Holmes (Film)

Sherlock Holmes ist Arthur Conan Doyles bekannteste Romanfigur. Bekannt für seine scharfsinnigen Recherchen kämpft der Privatdetektiv im Film Mr. Holmes aus dem jahr 2015 nicht gegen seinen notorischen Widersacher Moriarty. Seine jetzigen Feinde überragen alle bisherigen: die eigene Sterblichkeit und die Senilität.

Mr. Holmes spielt im Jahre 1947. Unterstützt wird er von seiner Haushälterin Mrs. Munro, die zunehmend mit dem alten Mann überfordert ist. Zeitgleich freundet sich der Detektiv mit Mrs. Munros Sohn Roger an. Der Detektiv ist beeindruckt von Rogers scharfem Intellekt und fördert ihn. Zugleich ist der Film jedoch ein Abschied von Sherlock.

Mr. Holmes – Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte

Der Film Mr. Holmes ist mit dem britischen Hauptdarsteller Ian McKellen grandios besetzt. Regie führt der oscarnominierte James Condon. Die strenge Haushälterin wird von Laura Linney gespielt, die für ihre Rolle in dem Film “Kinsey” einen Oscar erhielt. Milo Parker spielt ihren Sohn. Ian McKellen eignet sich bestens für die Rolle von Holmes.

Ausgestattet mit zusätzlichen Falten und einer künstlichen Adlernase spielt er die Rolle des Superdetektivs mit gewohnter Intensität. Bekannt aus der Filmtrilogie “Der Herr der Ringe” als der Zauberer Gandalf der Graue bzw. Gandalf der Weiße und einigen Filmen der X-Men-Reihe als Magneto passt er in die Rolle des 93-Jährigen Sherlock. Mr. Holmes wurde im Jahr 2014 in nur sieben Wochen in London und East Surrey gedreht.

Handlung & Story vom Film Mr. Holmes

Die Handlung beginnt 1947 mit Sherlock Holmes Rückkehr aus dem durch die Atombombe zerstörten Japan. Dort war er auf der Suche nach dem geheimnisvollen Heilkraut Anispfeffer. Zurückgekehrt siedelt er sich im südlichen Nachkriegs-England auf einem Cottage am Meer an. Der einstige Superdetektiv gibt sich nicht mehr mit kriminellen Schurken ab, sondern konzentriert sich auf die Bienenzucht. Dr. Watson ist Vergangenheit. Nun unterstützt ihn der Sohn seiner verwitweten Haushälterin. Holmes nimmt den Jungspund Roger unter seine Fittiche. Er bringt ihm das Bienenzüchten und die Wissenschaft der Deduktion bei.

Letztere war das Herzstück der Ermittlungsfähigkeiten des Seniors. Die Beziehung zwischen dem alten Holmes, der sich nun mit seinem langsamen Ableben auseinandersetzt und Roger bildet das Zentrum des Films. Der einstige große Detektiv wirkt nur noch wie ein trauriges Abbild. In den Momenten, in denen Holmes sich seines Alters bewusst wird, werden seine blauen Augen undurchsichtig. Seine Stimme verblasst bei dem Gedanken an die Vergangenheit, in denen er die Logik den Emotionen vorgezogen hat. Sherlock möchte Roger für seine Unterstützung etwas zurückgeben. Er schreibt en detail die Ereignisse seines letzten erfolgreichen Falles auf Pergament, der mittlerweile 30 Jahre zurückliegt. Dadurch kann er zusätzlich die Funktion seines Gedächtnisses unterstützen.

Roger liest begierig jede Seite. In Rückblenden wird der Zuschauer in das Jahr 1917 zurückversetzt. Ein Ehemann sucht ihn auf und klärt ihn über das merkwürdige Verhalten seiner Frau Ann Kelmot auf, dargestellt von Hattie Morahn. Ann benahm sich nach dem Schicksal von zwei Fehlgeburten auffällig verändert und bittet Sherlock, den Ursachen nachzuspüren. Mit der Zeit erkennt Sherlock eine Ähnlichkeit zwischen sich und Ann. Beide sind isoliert und fühlen sich einsam. Ann wollte mithilfe einer dubiosen Musiklehrerin ihre Kinder kontaktieren. Schließlich bringt sich Ann um. Holmes gibt sich die Schuld an dem Unglück und gibt seinen über alles geliebten Beruf auf. Der Fall selbst erweist sich nicht als das aufregende Rätselspiel, das der Zuschauer von der Spürnase gewöhnt ist.

Vielmehr steht die Bescheidenheit des Detektivs im Vordergrund. Zurückhaltung war in seinem bisherigen Leben nie besonders ausgeprägt. Auch der Autor Conan Doyle hat seine bekannteste literarische Erscheinung keineswegs in dieser Art bedacht. Condon gelingt im Laufe des Films eine interessante cineastische Darstellung. Er lässt der alten Holmes ins Kino eilen, wo dieser sich einen auf ihm basierenden B-Movie ansehen möchte. Sein langer Freund und Weggefährte Dr. Watson schrieb die Fälle des Meisterdetektivs nieder. Der Charakter dieses Films wird von Nicholas Rose gespielt, der den Meisterdetektiv 1985 in “Young Sherlock Holmes” darstellte. Er taucht auf einem schwarz-weiß Foto im Film Mr. Holmes auf. Eine lustige Spielerei, die sich Condon für Holmes-Fans ausgedacht hat.

Als Roger – vermeintlich von Bienen gestochen – bewusstlos aufgefunden wird, beschließt Holmes, ihm und seiner Mutter sein Landhaus zu hinterlassen, wenn er gestorben. Dafür müssen beide bis zu seinem Lebensende bei ihm bleiben. Sherlock erkennt, dass ihn die Anwesenheit anderer Menschen aus seiner Isolation holt und er sie braucht. Die Rückblicke auf die letzte Reise nach Japan sind allerdings weniger spannungsgeladen. Der dortige Führer, dargestellt von Hiroyuki Sanada, versucht gemeinsam mit dem Detektiv, die mysteriöse Pflanze Anispfeffer zu finden, die verjüngende Eigenschaften haben soll. Diese Passage führt zum Ende des Films, gestaltet sich jedoch eher langweilig.

Fazit & Kritiken zum Film Mr. Holmes

Die Zusammenarbeit von McKellen und Parker hat schöne Momente. Dies zeigt sich insbesondere in der Szene, in der Holmes und Kelmot schließlich auf einer Parkbank zusammen treffen. Die Leidenschaft des Sherlock Darstellers wird den gesamten Film hinweg gegenwärtig. Die gedankliche Spannung, die in dem Kopf des größten Detektivs aller Zeiten herrscht, ist fesselnd und überflügelt die aufregenden Momente im Film. Mr. Holmes ist eine bisher einzigartige Verfilmung über die Spürnase.

Sie ist ein Abschied von Sherlock und seiner Genialität, der einem dramatisch vor Augen geführt wird. Der Film schweift, wie die Hauptfigur auch, immer wieder ab. Er ist satirisch angehaucht und mit Skurrilität versehen. Er stellt die Veränderung von Sherlock Holmes dar. Alter und Senilität haben den Detektiv längst eingeholt. Hatcher führt in seinem Drehbuch die Erinnerungen an das bisherige Leben von Sherlock zusammen. Diese gedanklichen Rückblenden sind nicht immer zuverlässig, aber durch eine spannende Dynamik getrieben. Mythos und Erinnerungen werden im Film Mr. Holmes in einem spannenden Wechselspiel dargestellt.

Weiterführende Links und Quellen

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